Muss man Christ sein, um gerettet zu werden?

Weil sie unaufhörlich das Evangelium liest, kann die Kirche sagen, daß Gott allen Menschen guten Willens die ewige Seligkeit bei ihm verspricht. So ist die Gefahr ausgeschlossen, daß man im Himmel mit Gott alleine ist. Dort sind vielmehr alle Menschen guten Willens zusammen, das nennt man die Gemeinschaft der Heiligen. Es kommt auch vor, daß jemand Jesus annimmt, ohne ihn zu kennen. Mit diesen Worten spricht der Herr selbst vom letzten Gericht: „Kommt her, die ihr von meinem Vater gesegnet seid, nehmt das Reich in Besitz...Denn ich war hungrig, und ihr habt mir zu essen gegeben....ich war fremd und obdachlos, und ihr habt mich aufgenommen, ich war nackt, und ihr habt mir Kleidung gegeben....Amen, ich sage euch: Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan” (Mt 25,34-40).

Wenn also ein Mensch ehrlich versucht, Gutes zu tun und sein Herz für die Not anderer öffnet, dann nimmt er Jesus, den Sohn Gottes, an und wird gerettet.

Soll das heißen, daß es nicht nötig ist, sich taufen zu lassen? Natürlich nicht. Wer das Evangelium kennt und versteht, wer Jesus ist, darf nichts unterlassen, ihn anzunehmen, zu glauben und „sich taufen lassen im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes” (Mt 28). Denn „wer glaubt und sich taufen läßt, wird gerettet; wer aber nicht glaubt, wird verdammt werden” (Mk 16,16). Wenn wir das Evangelium ernst nehmen wollen, dann müssen wir die Taufe annehmen und uns verpflichten, Christus nachzufolgen.

Wer sich taufen läßt, der nimmt das Licht Gottes auf und wird sein Kind. Jesus kam in die Welt „als das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet.....Er kam in sein Eigentum, aber die Seinen nahmen ihn nicht auf. Allen, aber, die ihn aufnahmen, gab er die Macht, Kinder Gottes zu werden” (Joh 1,9-12).

Wer sich taufen läßt, empfängt die Vergebung Gottes durch Jesu Tod am Kreuz für uns. Diese Vergebung reinigt uns nicht nur, sondern schenkt uns auch „Gnade”, eine Kraft zu lieben und Gutes zu tun.

Die Taufe führt uns ein in die Gemeinschaft mit all jenen, die Christus gewählt haben oder es tun werden, nämlich die Kirche.