Leben nach dem Tod?

Über das Leben nach dem Tod kann nur sprechen, wer den Tod erlitten hat. Bücher oder Filme, die dieses Thema behandeln, stützen sich auf Zeugnisse von Menschen, die nicht tot sind. Diese Zeugnisse können nur von einer bestimmten Form des menschlichen Bewußtseins in einer bestimmten, begrenzten Situation sprechen wie Koma oder Scheintod. Auffällig ist, daß die meisten, die daraus zurückkommen, den Wunsch haben, ihr Leben zu ändern.

Jesus ist gestorben und, nach dem Zeugnis seiner Jünger, auferstanden. Im Johannesevangelium versichert er: „Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt; und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird in Ewigkeit nicht sterben.”

Daß wir auferstehen werden wie Jesus, ist Gegenstand des Glaubens. Unser Glaubensbekenntnis spricht von der Auferstehung des Fleisches, das heißt, daß wir nach dem Tod leben werden mit allem, was wir sind: mit unserer persönlichen Geschichte, mit unserem „Ich“, dem Kern unserer Person, aber auch mit unserem Leib. Er ist eine neue Schöpfung, aber ist doch unser Leib. Der heilige Paulus nimmt als Vergleich eine Pflanze, die aus dem Samenkorn wächst. Es ist dieselbe Pflanze, aber sie ist ganz neu. Bei unserer Taufe hat die „Vergeistlichung“ unseres Lebens begonnen. Das jetzt Existierende wird nicht zerstört oder durch etwas anderes ersetzt, sondern gereinigt, verwandelt und auferweckt.

Um den Himmel zu beschreiben, bedient sich die Bibel der stärksten Bilder, die es gibt: das Festmahl im Königreich, ein Leben im Licht, im Frieden und der Freude.
Dieses ewige Leben besteht in einer ewigen Beziehung der Liebe mit Gott, der uns in einer außerordentlichen Weise liebt, und das für immer. Jeder Mensch ist dazu gerufen. Nur der, der fest entschlossen Gott lästert, schließt sich durch seine Ablehnung selbst davon aus.

Dieses neue Leben existiert nicht nur in der Zeit nach dem Tod. Es ist schon jetzt für uns zugänglich. Denn Gott will in uns wohnen und durch Jesus ist das Reich Gottes sschon mitten unter uns.