Welche Hilfsmittel gibt es, wenn man keine Kinder bekommen kann?

Für ein Ehepaar bedeutet es sicher großes Leid, wenn es erkennen muß, daß Schwierigkeiten bestehen, das Leben weiterzugeben. Tatsächlich sind aber nur wenige Paare völlig steril, ohne jede Möglichkeit der Schwangerschaft. In ihrer Fruchtbarkeit eingeschränkt sind etwa zehn Prozent aller Ehepaare. Sie brauchen viel Zeit, ein Kind zu empfangen und manchmal ist auch eine Behandlung notwendig.
Es wird viel von der In-Vitro- oder künstlichen Befruchtung gesprochen und behauptet, damit könne man jede Unfruchtbarkeit heilen. Diese künstliche Befruchtung, die im Labor durchgeführt wird, heilt jedoch die Unfruchtbarkeit nicht, sondern umgeht die Hindernisse, die der Entstehung und dem Heranwachsen eines Kindes entgegenstehen.

Die Methode besteht darin, daß bei der Frau mehrere Eisprünge hervorgerufen werden. Diese Eier werden dann aus den Eierstöcken entnommen und durch den Samen des Mannes im Labor befruchtet. So erhält man mehrere Embryos, davon werden drei oder vier wieder in die Gebärmutter eingesetzt, die anderen in flüssigem Stickstoff eingefroren und aufbewahrt. Wenn diese drei oder vier eingesetzten Embryos sich normal entwickeln, wird nicht selten eine „Embryo-Reduktion” vorgeschlagen, d.h. ein oder zwei Embryos, denen es gelungen ist, sich einzupflanzen, werden abgetrieben. Die anderen Embryos werden in der Tiefkühltruhe aufbewahrt. Man verwendet sie später für weitere Schwangerschaften. Sie werden entweder bei der gleichen Frau oder bei einer anderen eingesetzt. Oder aber für die wissenschaftliche Forschung „benutzt”.

Diese Grundmethode hat noch eine Reihe von Varianten: Im Falle einer hohen Unfruchtbarkeit des Mannes oder der Frau können die Eier entnommen und einer anderen Frau eingetzt werden oder die Samen kommen von einem Samenspender.

Diese Methoden stellen bemerkenswerte medizinische und technische Hochleistungen dar, werfen jedoch mehrere gewichtige Fragen auf.

  1. Die Befruchtung geschieht unabhängig von der geschlechtlichen Vereinigung. Diese Trennung zwischen dem Akt, der in privilegierter Weise die Liebe der Eltern ausdrückt und dem Akt, der den Ursprung des Lebens darstellt, hat zur Folge, daß die Zeugung Frucht einer technischen Handlung und nicht mehr unmittelbare Konsequenz eines Liebesaktes ist. Das Leben verliert also seine erste Verwurzelung in der Liebe, selbst wenn das Kind sicher von seinen Eltern geliebt wird.
  2. Diese Techniken verlangen für die Befruchtung mehrere Embryonen. Dabei wird ein Teil getötet. Willentlich oder als Folge technischer Manipulatonen, etwa beim Auftauen.
  3. Für die Mediziner ist die Versuchung groß, diese Techniken möglichst oft zu benutzen, um sie zu „trainieren”, sie zu verbessern und mehr Erfahrung zu sammeln und das in einer Konkurrenzsituation zwischen verschiedenen Forschungsgruppen. Das Gefühl, das Leben zu beherrschen und sich an seinem Ursprung zu glauben, kann eine widersprüchliche Motivation ergeben, die Gefahren für die Ehepaare und die Gesellschaft hervorbringt.
  4. Die Behandlung von schwacher Fruchtbarkeit sollte zum Ziel haben, bei dem Mann oder der Frau oder bei beiden die Möglichkeit zum Sexualakt wiederherzustellen. Zeichen und Ausdruck ihrer Liebe soll auch die Quelle des Lebens sein. Nun bietet aber die medizinische Technik Möglichkeiten, bei denen ein Kind entsteht, ohne gleichzeitig Mann oder Frau von dieser Krankheit zu heilen.
  5. Das Kind ist kein notwendiges Ziel zur Entfaltung eines Paares, aber es muß notwendig die Frucht der Liebe sein, nicht die Frucht einer technischen Errungenschaft. Es ist ein Geschenk, Zeichen des gegenseitigen Schenkens der Partner in einem Akt, der sowohl ihren Körper als auch ihre Herzen in unauflöslicher Weise einschließt. Man „macht” kein Kind. Es ist nicht Besitz, es gehört seinen Eltern nicht und das von der Empfängnis an.

Es kann für manche Ehepaare ein echtes Opfer sein, die hier beschriebenen Methoden nicht zu Hilfe zu nehmen. Das kann man tragen, indem man versucht, in das Geheimnis des Lebens als Gabe Gottes einzudringen und sich auf seinen Beistand in dieser Prüfung zu stützen.

Welche Lösungen gibt es für Paare, die nicht Eltern werden können? Zuerst warten können und sich nicht auf eine komplexe medizinische Lösung stürzen, wenn die Geduld genauso ausreicht. Man kann eine andere Behandlung ins Auge fassen, denn die künstliche Befruchtung ist beinahe die einzige Antwort auf die geringe Fruchtbarkeit geworden, während andere Wege von der Forschung vernachlässigt werden. Vielleicht zielt man auf eine andere Form der Fruchtbarkeit ab, indem man Zeit, Energie und Talente einer Sache widmet, auf die man großen Wert legt, oder man nimmt schließlich ein oder mehrere Kinder an. Sie werden dank der Adoption eine Familie und Liebe finden, von der sie vom Beginn ihres Lebens ausgeschlossen waren.